...damit in allem Gott verherrlicht werde

Gelübde

Nach den Jahren der Selbstprüfung im Postulat und Noviziat darf die Schwester darum bitten, zur Profess zugelassen zu werden. Die Gelübde werden zunächst auf 3 Jahre, dann endgültig auf Lebenszeit abgelegt.                                   

                Gelübde

Rein äußerlich betrachtet wird dabei aus der Novizin mit dem weißen Schleier zunächst eine Profess-Schwester mit schwarzem Schleier und Medaille am Band, das später
 bei der ewigen Profess durch eine Kette ersetzt wird.

"Ich… gelobe Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam…"

Diese Dreiheit der Gelübde findet sich erstmals beim hl. Benedikt. Die benediktinischen Ordensgelübde sind herausgewachsen aus der damaligen besonderen Situation des Mönchtums. Sie haben auch heute noch ihren vollen Sinn.

Beständigkeit

  • Wir verpflichten uns, bei der Gemeinschaft zu bleiben, der wir uns durch die Profess anschließen. Innerer Sinn dieser Ortsstabilität ist die Stabilität des Herzens in Gott. Das bedeutet alles andere als Stillstand, sondern ist etwas sehr lebendiges: Je mehr einer in Gott verankert ist, umso mehr kann er teilnehmen an der Lebensfülle Gottes. Ein in Gott stabiler Mensch ist in der Tiefe seines Herzens im lebendigen Austausch mit Gott.

 

Klösterlicher Lebenswandel 

  • Dieser zunächst recht diffus anmutende Begriff bedeutet, dass die Schwester sich verpflichtet, ihr Leben immer mehr nach den evangelischen Räten und den Weisungen der heiligen Regel zu formen. Die nicht ausdrücklich genannten Gelübde der Armut und der Keuschheit sind in diesem Gelübde einschlussweise enthalten.

 

Gehorsam

  • Lesen wir in den Heiligenbiographien aus früheren Jahrhunderten Berichte darüber wie im Gehorsam Schneebälle geröstet wurden oder Salatpflanzen umgekehrt eingepflanzt wurden, so stehen wir solchen Erzählungen eher irritiert gegenüber. Wir verstehen heute den Gehorsam nicht mehr als blinden "Kadavergehorsam", bei dem man seinen Verstand gleichsam an der Klosterpforte abgibt. Unsere Konstitutionen fordern vielmehr dem heutigen Menschenbild entsprechend, die "Pflicht (!), in der Erfüllung der uns anvertrauten Aufgaben unsere eigenen Verstandes- und Willenskräfte einzusetzen und in aktivem und verantwortlichem Gehorsam unsere natürlichen Fähigkeiten und übernatürlichen Gaben in den Dienst unserer Sendung zu stellen.

 
"Suscipe me, Domine, secundum eloquium tuum, et vivam,
Et ne confundas me ab exspectatione mea!"

(Nimm mich an, Herr, gemäß Deinem Wort, und ich werde leben,und lass mich in meiner Hoffnung nicht zuschanden werden)

                     
In diesem Gesang, den die Schwester nach der Verlesung der Professurkunde anstimmt, der jährlich bei der Professerneuerung wieder gesungen wird und der schließlich in der Sterbestunde ein letztes Mal von den Mitschwestern angestimmt wird, ist noch einmal kurz und prägnant der eigentliche Inhalt unseres Gelübdes zusammengefasst: In der Profess übergibt sich die Schwester vorbehaltlos in die Hand Gottes, auf den sie ihre ganze Hoffnung setzt.